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Subnetting mit IPv6

Auch bei IPv6 kann ein Netzwerk in kleinere Subnetze unterteilt werden. Das Prinzip ist ähnlich wie bei IPv4, jedoch mit einem viel größeren Adressraum.

Eine vollständige IPv6-Adresse besteht aus 128 Bit. Üblicherweise wird ein IPv6-Netz in zwei Teile unterteilt:

  • Netzanteil (Prefix): Standardmäßig die ersten 64 Bit
  • Interface Identifier (Hostanteil): Die letzten 64 Bit

Beispiel-Adresse:

2001:0db8:abcd:0012:0000:0000:0000:0001

Präfix /64: Die ersten 64 Bit → 2001:db8:abcd:12::
Interface Identifier: Die letzten 64 Bit → ::1

Subnetting mit IPv6

Während IPv4 häufig mit /24, /25 usw. subnettet wird, beginnt man bei IPv6 meist mit einem /64-Netz und subnettet in kleinere Netze wie /65 bis /127.

Beispiel: Ein Unternehmen erhält den Adressbereich 2001:db8:abcd::/48. Damit kann es 216 = 65.536 Subnetze mit jeweils einem /64-Präfix bilden.

Berechnung der Subnetze

Um Subnetze zu erstellen, werden Bits aus dem Interface Identifier dem Netzanteil zugeordnet.

Beispiel:

  • /48 → Originales Präfix
  • /64 → Standard-Subnetzgröße
  • /56 → 8 zusätzliche Subnetz-Bits → 256 Subnetze möglich
  • /60 → 12 zusätzliche Subnetz-Bits → 4096 Subnetze möglich

Beispiel-Subnetze aus einem /48-Präfix:

2001:db8:abcd:0000::/64
2001:db8:abcd:0001::/64
2001:db8:abcd:0002::/64
...
2001:db8:abcd:00ff::/64

Besonderheiten bei IPv6-Subnetting

  • Ein /64-Präfix ist Standard für ein Subnetz (z. B. für SLAAC – Stateless Address Autoconfiguration).
  • Subnetting geht in der Regel von einem größeren Block aus (z. B. /48), der in viele /64-Netze aufgeteilt wird.
  • Im Gegensatz zu IPv4 ist die Anzahl verfügbarer Subnetze nicht mehr kritisch.

Vorteile von IPv6-Subnetting

  • Klare Struktur und Hierarchie durch große Adressbereiche
  • Kein Bedarf für NAT – jedes Gerät kann eine eindeutige globale Adresse erhalten
  • Bessere Skalierbarkeit und einfachere Netzplanung